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Eine wichtige Änderung des deutschen Urlaubsrechts und der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) betrifft den Urlaubsabgeltungsanspruch und seine Vererblichkeit. Nach der überkommenen Rechtsprechung des BAG konnten die Erben eines Arbeitnehmers, dessen Arbeitsverhältnis durch dessen Tod endete, wegen der Höchstpersönlichkeit des Urlaubsanspruchs keine Urlaubsabgeltungsansprüche mehr gegen den Arbeitgeber geltend machen. Die Begründung des BAG hierfür ist unverändert einleuchtend: Urlaub könne dem Arbeitnehmer nur durch dessen Freistellung gewährt werden. Inhalt des Urlaubsanspruchs sei deshalb die Befreiung des Arbeitnehmers von seiner Arbeitspflicht. Da die Arbeitspflicht an seine Person gebunden sei, könne der Arbeitgeber nach dessen Tod auch nicht mehr die Pflicht zur Freistellung von der Arbeitspflicht erfüllen. Dieser (dogmatischen) Begründung des BAG will der Europäische Gerichtshof (EuGH) nicht folgen. Nach seiner Einschätzung ist der Urlaubsabgeltungsanspruch ein reiner Geldanspruch und deshalb auch unproblematisch vererbbar. Als Forderung fällt er in den Nachlass.

Wichtig für Arbeitgeber: Die Rechtsprechung des EuGH ist für deutsche Gerichte lediglich für den gesetzlichen Mindesturlaub, also 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche und 20 Werktage bei einer 5-Tage-Woche, zwingend.